Mitgliedsbetriebe der Kraftfahrzeuginnung Bergisches Land wollen ukrainische Autos kostenlos reparieren

Mit dem Auto aus der Ukraine nach Deutschland flüchten – das haben viele Frauen mit und ohne Kinder hinter sich. Die Männer sind in der Ukraine geblieben und verteidigen nicht nur ihr eigenes Land, sondern – wenn man so will – auch unsere demokratische Freiheit.
Angekommen in der vorübergehend neuen Heimat gibt das Auto nach der Flucht seinen Geist auf. Was jetzt?

Solidarität und Hilfsbereitschaft für die ukrainischen Flüchtlinge gibt es nach wie vor in Deutschland. Auch die Kraftfahrzeuginnung Bergisches Land hat geholfen, und zwar direkt und ganz praktisch.

Sie hat Ihre Mitgliedsbetriebe in Leverkusen, dem Rheinisch-Bergischen und dem Oberbergischen Kreis dazu aufgerufen zu spenden. Eine solche Spende sieht aber anders aus als die normalen Geld- oder Sachspenden: Die Betriebe sollen dafür sorgen, dass die Autos der geflüchteten Ukrainer fahrbereit bleiben oder es wieder werden – sie also reparieren, und das kostenlos.

„Natürlich geht es dabei nicht um Schönheitsreparaturen. Aber auf der Flucht aus der Ukraine kann es zu Defekten oder Problemen an den Fahrzeugen gekommen sein. Viele der Geflüchteten sind hier ohne Bargeld oder eine Kontoverbindung, auf die sie zugreifen können, angekommen. Die ukrainische Währung ist in Deutschland eher unbekannt und ein Tausch dieser Währung auch nahezu unmöglich. Wir als Vorstand der Kraftfahrzeuginnung haben uns zusammen mit dem Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto, überlegt, was die unbürokratischste Lösung sein könnte, um den Geflüchteten von unserer Seite aus zu helfen.“, so Reiner Irlenbusch, Obermeister der Kraftfahrzeuginnung Bergisches Land.
„Wir haben unsere Innungsbetriebe dazu aufgerufen, sich an der Aktion zu beteiligen. Wenn sie sich vorstellen können, solch ein Fahrzeug kostenlos zu reparieren, sollten sie sich bei unserer Geschäftsstelle melden. Wir haben dann versucht, den Halter des defekten Fahrzeuges an einen unserer Mitgliedsbetriebe zu vermitteln. Versprechen oder garantieren konnten wir dabei aber erst einmal nichts.“, ergänzt Marcus Otto.
Die Innung möchte sich an dieser Stelle bei allen Betrieben bedanken, die an dieser Aktion teilnehmen. 

Insgesamt erreichten die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land 35 Anrufe mit der Bitte um Hilfe. Die meisten dieser Anrufer konnte die Assistentin der Geschäftsführung, Susanne Kraft, weitervermitteln – und das oft unter erschwerten sprachlichen Bedingungen.


Monika Gieraths-Heller, Betriebsinhaberin von Gebr. Gieraths GmbH und im Innungsvorstand, findet die Aktion der Innung sehr gut. „Wir haben relativ schnell überlegt, womit wir am besten helfen können. Schnell war klar: Wir helfen mit dem, was wir können – Autos repariern. Und wir machen bei der Aktion auch weiter mit. Wenn es zu viele Anfragen gäbe und deshalb zu viele andere Aufträge nicht abgearbeitet werden könnten, wäre das natürlich problematisch. Deshalb ist es gut, dass an der Aktion verschiedene Betriebe teilnehmen und es sich damit auf mehrere Schultern verteilt.“, so Gieraths-Heller.


Patrick Nix, Kfz-Meister bei Gebr. Gieraths GmbH, und Azubi Oskar Skurichin schildern, wie sie einer Mutter und deren Tochter aus Odessa helfen konnten. Von großem Vorteil war dabei sicherlich, dass der Azubi Skurichin russisch spricht, die beiden Geflüchteten ebenfalls, so dass man sich problemlos verständigen konnte. Kfz-Meister Nix schildert: „Als es im Vorfeld hieß, dass da jemand aus der Ukraine kommt, habe ich mir eine Übersetzungshilfe runtergeladen, damit ich mit ihnen kommunizieren kann. Aber dann war ich schon froh, dass sich Oskar, unser Azubi, angeboten hat zu übersetzen. So eine App ersetzt den Menschen nicht, der eins zu eins übersetzen kann und der im Thema drin ist.“


Mutter und Tochter aus der Ukraine wollten natürlich wissen, welche Kosten auf sie zukommen. Sie haben nicht erwartet, dass die Reparatur für sie kostenlos ist. „Die beiden haben sich riesig gefreut, waren total glücklich und hatten Tränen in den Augen, als sie ihr Auto abgeholt und erfahren haben, dass sie das nichts kostet und wir die Kosten von knapp 1.500 Euro komplett übernehmen.“, so der Kfz-Meister.

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