Cocooning-Trend im Handwerk erkennbar

Cocooning-Trend im Handwerk erkennbar

Der Sommer steht in den Startlöchern und die heimischen Bauprojekte nehmen langsam Fahrt auf. Sowohl neue Metallkonstruktionen zum Sonnenschutz für die Terrasse stehen auf dem Wunschzettel als auch der Tausch der Heizungsanlage in den kommenden warmen Monaten oder eine fachlich versierte Verschönerungsaktion von Handwerker*innen umgesetzt.

In unruhigen Zeiten steigt bei vielen Menschen das Bedürfnis nach einem ruhenden Pol, einem gemütlichen Zuhause und einem schönen Ambiente innerhalb der eigenen vier Wände. Bereits in den ersten Wochen der Schutzmaßnahmen wegen der Corona-Pandemie haben die langen Schlangen vor Baumärkten gezeigt, dass viele aktuell ihre Wohnumgebung verschönern. Dieser Trend kommt mittlerweile auch als Aufträge im Handwerk an. „Immer mehr Betriebe aus der Region Leverkusen, Rhein-Berg und Oberberg berichten von Kunden, die es Zuhause ˋschönˊ haben möchten“, weiß der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto. „Durch Homeoffice und ˋSchule auf Distanzˊ ist man täglich von den Problemzonen und Wohnwünschen umgeben. Außerdem steht der Sommer in den Startlöchern, die Planungen für den nächsten Urlaub sind ungewiss, da werden Heim, Garten und Balkon zu den wichtigsten Naherholungsgebieten.“

Trendforscher beschreiben das Phänomen „Rückbesinnung auf das eigene Zuhause“ in dem Trend „Cocooning“. Die Bezeichnung kommt aus dem Englischen "to cocoon" - "sich in einen Kokon einspinnen". Dies passiert derzeit durch die Corona-Schutz-Maßnahmen zwangsläufig. Das Cocooning scheint immer dann einen Schub zu bekommen, wenn Ereignisse außerhalb der eigenen Einflussmöglichkeit auftreten. Das war nach den Terroranschlägen des 11. September so und auch während der Finanzkrise 2007 bis 2009. Hinzu kommt, dass die Deutschen im europäischen Vergleich laut Marktforschung viel Geld fürs Wohnen ausgeben. 26,8 Prozent der Konsumausgaben deutscher Haushalte fließen in die Wohnung, inklusive Nebenkosten und Hausrat. Dies geht aus einer Studie des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW) hervor.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass viele Mitgliedsbetriebe eine stärkeres Privatkundeninteresse nach Renovierungen und energetischer Baumaßnahmen registrieren. Das Maler-, Raumausstatter-, Sanitär-, Tischler- und auch Metall-Handwerk sind derzeit für Verschönerungen stark gefragt. Es wird beispielsweise der langersehnte neue Esstisch oder der künftige Schattenspender für die Terrasse beauftragt.

Bei anderen Kunden rückt das „energetische Sanieren“ wieder in den Fokus mit dem Ziel, den Energieverbrauch zu reduzieren und langfristig Kosten zu senken. Hier geht es beispielsweise um Dämmungen jeglicher Art, neue Heizungsanlagen, Solarinstallationen oder Fenstersanierungen. Anfragen erhalten unter anderem Tischler, Installateure, Dachdecker sowie Elektriker.

„Wenn Sie Ihr nicht ausgegebenes Urlaubsgeld in eine neue Terrasse, eine Sauna oder andere Wünsche investieren wollen“, empfiehlt der Hauptgeschäftsführer Marcus Otto den Kunden, „wenden Sie sich an einen Fachhandwerker, der beispielsweise bei uns Innungsmitglied ist.“

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