
Der Graffiti-Workshop im Rahmen der jährlich stattfindenden Malervision ist quasi schon eine Legende. Zusammen mit dem Graffiti-Künstler MRGraffiti, Mark Roberz aus Duisburg, dürfen jedes Jahr fünf Auszubildene im Maler- und Lackiererhandwerk im zweiten Lehrjahr ganz legal eine Wand mit Spraydosen bearbeiten. Heraus kommen dabei immer wahre Kunstwerke, die für Aufsehen sorgen.
An einem Samstag Anfang Februar griffen fünf junge Menschen zu Spraydosen und zauberten zum zweiten Mal in Folge auf einige Wände in der Tiefgarage unter dem Neubau der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land Handwerksberufe wie Bäcker, Tischler und Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. An einer weiteren Wand ist eine Bergische Landschaft mit u.a. einem Reh und einem Fuchs – beide täuschend echt – entstanden.
Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land ist auch dieses Mal wieder begeistert: „Das Ergebnis des Graffitiworkshops in diesem Jahr lässt sich wieder sehen und wir freuen uns als Kreishandwerkerschaft sehr, dass die Wände unserer neuen Tiefgarage weiter so einmalig verschönert werden – die nächsten drei Handwerksberufe bzw. Gewerke wurden wieder im Style der schon bei der letzten Malervision entstandenen Graffitis gestaltet: Auffallend, in kräftigen und knalligen Farben. Unsere Tiefgarage wird immer mehr zu einem Gesamtkunstwerk. Die Malervision ist ein tolles Projekt, dass einigen Auszubildenden die Möglichkeit gibt, auch mal ein wenig über den Tellerrand zu schauen und so außergewöhnliche Techniken wie z.B. Graffiti unter fachlicher Anleitung und mit jeder Menge Spaß auszuprobieren.“
Die Workshops, an denen die ausgewählten Azubis teilnehmen dürfen, sind nicht prüfungsrelevant. Vielmehr sollen sie zeigen, welche Möglichkeiten sich nach der Ausbildung in dem Beruf bieten.
„In ihren Betrieben lernen sie andere wichtige Dinge und der künstlerische Bereich kommt aufgrund von mangelnder Zeit häufig zu kurz. Die Auszubildenen sollen Lust haben, nach ihrer Ausbildung in dem Beruf zu bleiben. Sie sind unser Nachfolger und werden später unsere Betriebe übernehmen. Sie sind die Zukunft des Maler-Handwerks“, erklärt Willi Reitz, Obermeister der Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land das Konzept der Malervision.
Das Projekt „Malervision“ wurde von der Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land ins Leben gerufen und findet in diesem Jahr bereits zum elften Mal statt. Es handelt sich um eine Fördermaßnahme, mit der explizit und sehr bewusst die „guten“ Auszubildenden bedacht werden. Sie besteht aus fünf Modulen/Workshops.
Der Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land ist es sehr wichtig, dass neben den zahlreichen Hilfsangeboten für „schwächere“ Lehrlinge mit diesem Programm die „stärkeren“ Nachwuchshandwerker gefördert werden.
Das sehr exklusive Angebot richtet sich stets an fünf ausgewählte Auszubildende, die im zweiten Lehrjahr sind und sich durch gute Leistungen in Theorie und Praxis der Ausbildung, aber auch in ihrer Sozialkompetenz ausgezeichnet haben.
Konzipiert und umgesetzt hat die Innung diese Idee vor dem Hintergrund des allgemeinen Fachkräftemangels und auch den Schwierigkeiten, junge Handwerker zu finden, die zukünftig Verantwortung übernehmen möchten und später eventuell einen Betrieb übernehmen.
Beim Graffitiworkshop waren dabei:
- Klara Paula Fischer aus Overath
(Ausbildungsbetrieb: Manfred Gostau Malermeister e.K., Inh. Ralf Gostau aus Bergisch Gladbach) - Ibrahim Said Karisa aus Rösrath
(Ausbildungsbetrieb: Ralf Bardenberg aus Kürten) - Lina Sophie Radt aus Rösrath
(Ausbildungsbetrieb: Jörg Siebertz aus Rösrath) - René Schneider aus Wiehl
(Ausbildungsbetrieb: Steffen Werkshage Meisterbetrieb GmbH & Co. KG aus Bergneustadt) - Matea Tahirovic aus Engelskirchen
(Ausbildungsbetrieb: Miralem Tahirovic aus Engelskirchen)