Rolf Börnert verabschiedet sich in den Ruhestand

„Ich habe bisher keinen Tag bereut“

11.000 Butterbrote gegessen, 150.000 Kilometer zur Arbeit und nach Hause und ungefähr 2.000 Lehrlinge ausgebildet – das ist die Bilanz, die Rolf Börnert zieht, kurz bevor er sich in den Ruhestand verabschiedet. Er verlässt das Berufsbildungszentrum Burscheid nach knapp 23 Jahren mit einem lachenden und einem weinenden Auge – und das ist nicht so dahingesagt.

Doch der Reihe nach: Der junge Börnert beginnt 1970 mit 15 Jahren seine Ausbildung zum Maler und Lackierer, legt drei Jahre später seine Gesellen- und 1982 seine Meisterprüfung in Düsseldorf ab. Er weiß, dass er den richtigen Beruf ausgewählt hat und ist mit Leib und Seele dabei.
Nachdem er sich bei der Arbeit die Schulter bricht, macht er sich Gedanken über seine Zukunft. Zusammen mit seiner Frau überlegt er, wo die Reise hingehen könnte, ohne den Beruf aufgeben zu müssen. Schnell ist die Idee da, als Ausbilder tätig zu werden. Zum einen kann er dann quasi im Beruf bleiben und zum anderen kann er sein Wissen an die Jugend weitergeben.

Als er dann Anfang März 1997 bei der ÜBL startet, wird er von dem damaligen Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Heinz-Gerd Neu, begrüßt: „Herr Börnert, ich sage Ihnen eins: Wenn Sie hier goldene Löffel klauen, dann schmeiße ich Sie raus!“ Worauf sich Börnert umschaut und trocken erwidert: „Also Herr Neu, ich habe hier noch keine goldenen Löffel gesehen.“ Dann sei er genau der Richtige, befindet Neu und sollte recht behalten – fast 24 Jahre war Rolf Börnert als Ausbilder bei der ÜBL.

Viele der Lehrlinge, die er ausgebildet hat, sind mittlerweile Meister und deren Azubis haben bei Börnert ihre überbetriebliche Ausbildung gemacht. Auf die Frage, ob die Jugend heute denn ganz anders sei, schwieriger oder mit weniger Enthusiasmus dabei sei als früher, antwortet er prompt: „Die Jugend ist klasse! Ältere sagen immer: ´Die sind dumm! Die können nix!` Aber das stimmt so nicht. Die Zeiten ändern sich eben und man muss sich darauf einstellen!“ Natürlich sei es auch vorgekommen, dass er Azubis rausgeworfen hat. „Aber das waren drei, höchstens fünf.“ ergänzt er.

Und zu den Lehrlingen habe er immer gesagt, dass Fehler, die sie beim Kunden machen, ein Problem wären. Wenn in der ÜBL was misslingt, „dann macht es neu, hier ist es nicht so schlimm. Ich habe immer versucht, den Azubis Mut zu machen!“

Ob er seine Entscheidung, zur ÜBL zu gehen und auszubilden, in den Jahren jemals überdacht hat, verneint er sofort: „Ich habe bisher keinen Tag bereut!“ Immer wenn er sich über einen seiner Chefs geärgert hat, habe er einen Schnaps getrunken. Fünf insgesamt waren es bei drei Chefs. Also hat er sich tatsächlich sehr selten geärgert in den fast 23 Jahren. Und seine Chefs standen hinter ihm – ein gutes Gefühl, findet Börnert.

Das weinende Auge, mit dem sich Börnert in den Ruhestand verabschiedet, ist also verständlich. Doch da ist eben auch das lachende Auge: Am Samstagabend nach seinem letzten Arbeitstag setzen er und seine Frau sich beim Racelette zusammen und denken weiter über die Zukunft nach. Er möchte gerne oft an die Nordsee und dort seiner Passion frönen: Der Kunstmalerei, der er seit 40 Jahren nachgeht. „Einfach draußen sitzen und malen. Die Malerei lässt mich zur Ruhe kommen.“ Und auch an den Nachwuchs denkt der stolze Großvater: Seiner jetzt acht Monate alten Enkelin hat er im Atelier schon einen kleinen Tisch mit Malsachen bereitgestellt.

Die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land und die Maler- und Lackiererinnung Bergisches Land bedanken sich bei Rolf Börnert für seinen unermüdlichen Einsatz in der ÜBL und wünschen ihm einen wohlverdienten Ruhestand.

Als neuer Ausbilder startet im Berufsbildungszentrum Burscheid Markus Benedik. Kreishandwerkerschaft und Innung wünschen ihm einen guten Start.

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