Der junge Meister Peter Hochhard aus Reichshof
ist mit Herz und Seele Fleischer

Er ist in die Fußstapfen seines stolzen Vaters, Bernd Hochhard, getreten und seit Oktober 2021 Fleischermeister.

Gerade einmal 19 Jahre, die Lehre bei der Metzgerei Rosenbaum hat er verkürzt und dann noch direkt den Meister oben drauf gepackt: Peter Hochhard ist seit Oktober einer der jüngsten Meister im Innungsgebiet. Die FORUM-Redaktion hat ihn im elterlichen Betrieb getroffen und geklärt, warum er Fleischer werden wollte, ob er stolz auf seine Leistung ist, was er besonders an seinem Beruf mag und welchen Tipp er für angehende Fleischer-Azubis hat.

Sie kommen einer Fleischer-Familie. Ab wann war für Sie klar, dass Sie das auch machen möchten?
Eigentlich hatte ich schon immer Spaß dran. Und eigentlich war ich da schon von der Pike auf – also so ab dem Kindergartenalter - irgendwie mit drin. Bevor ich mit gerade mal 16 Jahren die Lehre angefangen habe, habe ich überlegt, ein Praktikum beim Schreiner zu machen, weil für mich klar war, dass es auf jeden Fall Handwerk werden soll. Ich bin dann aber doch beim Fleischer „hängen geblieben“.

Warum haben Sie die Lehre nicht im elterlichen Betrieb gemacht?
Ich wollte auch mal sehen wie in anderen Betrieben gearbeitet wird, die Abläufe von zuhause kannte ich ja schon. Und die Wurst schmeckt in jedem handwerklichen Betrieb ja bekanntlich anders.

Erzählen Sie uns kurz von besonderen Highlights während der Ausbildung.
In der Ausbildung habe ich quasi vom Stall bis in die Theke alles mitbekommen – bei meinem Ausbildungsbetrieb und auch im elterlichen Betrieb gibt es noch die eigene Schlachtung. Das ist ja nicht mehr so selbstverständlich, weil das mittlerweile nicht mehr so viele machen. Und ich finde es gut, dass ich das noch mitgelernt habe - also das komplette Handwerk.

Wann gab es vielleicht mal einen Moment, in dem Sie Ihre Entscheidung Fleischer zu werden bereut haben?
Bereut hate ich es bis jetzt absolut nicht. Vielleicht kommt das irgendwann mal, glaube ich aber weniger.

Wenn Sie jemand fragt: „Wie sieht’s denn mit den Erfahrungen aus, wenn man so jung ist?“ - was antworten Sie?
Auf die Einstellung kommt es an. Wenn man etwas will, und gut machen will, dann klappt das auch. Ich habe mich immer dafür interessiert, warum ist das so, wie funktioniert es in der Technologie und in der Praxis. Dann vergräbt man sich schon mal länger in die Bücher.

Lehre verkürzt, Ausbildung gut abgeschlossen und jetzt noch den Meister oben drauf. Das ist eine mega Leistung – vor allem auch in dem Alter! Wie hoch ist Ihr Stolz-Level – von 1 bis 10?
10, mittlerweile. Viele machen Abitur und wissen dann nicht weiter. Ich wollte immer was in der Hand haben! Gut finde ich am Handwerk, dass man jeden Tag sieht, was man geschafft hat.

Peter Hochhard im elterlichen Betrieb in Reichshof

Wie geht’s jetzt weiter und wo?
Erstmal hier zu Hause. Eventuell mache ich in zwei Jahren dann noch den Sommelier.
Da kann man sich dann in Lehrgängen spezialisieren auf Wurst, Schinken oder Fleisch. Ich bin mir noch nicht sicher, ob es bei mir dann Fleisch oder Wurst wird.
Was mir das bringt? Vielleicht neue Ideen und Impulse, vielleicht wie man’s auch mal anders machen kann. Beim Fleisch geht es zum Beispiel um andere Zuschnitte, den Einfluss des Futters auf den Geschmack und die gesamte Fleischcharakteristik, Geschmack, Marmorierung, Verwendung usw.
Und dann kann ich natürlich im Laden damit werben. Bisher kenne ich hier im näheren Umkreis nur einen Sommelier.
Was ich auf jeden Fall immer weiter machen möchte ist die eigene Schlachtung, da ich das Produkt Fleisch von Anfang an kenne und es der jeweiligen Verwendung optimal zuführen kann. z.B. beim Roastbeef oder das Dry Ageing, da sich nicht jedes Tier dafür eignet usw.

Jetzt sind Sie ja wirklich jung. Können Sie anderen jungen Azubis oder jungen Leuten, die noch über eine Ausbildung zum Fleischer nachdenken, etwas mit auf deren Weg geben? Quasi einen „klugen Ratschlag“?
Auf jeden Fall nicht direkt bei einem kleinen Rückschlag die Flinte ins Korn werfen, auch wenn es mal ein bisschen schwierig wird – was, denke ich mal, in jeder Ausbildung sein kann. Nicht direkt denken „Nee, mach‘ ich jetzt doch nicht mehr“, sondern dranbleiben.
Ans frühe Aufstehen zum Beispiel gewöhnt man sich. Und wenn die Freunde abends weggehen und man vielleicht nicht mitkann, dann ist klar: Man muss das wirklich wollen.

Was haben Sie vielleicht für einen Traum, den Sie verwirklichen möchten – gar nicht mal nur auf die Arbeit bezogen?
Eine Motorradtour durch die Alpen.

Copyright: Kreishandwerkerschaft Bergisches Land

zurück

Wir benötigen Ihre Zustimmung.

Dieser Inhalt wird von Google Maps bereit gestellt.

Wenn Sie den Inhalt aktivieren, werden ggf. personenbezogene Daten verarbeitet und Cookies gesetzt. Weitere Informationen zum Datenschutz finden Sie in unserer Datenschutzerklärung.

Zustimmen

© 2022 Kreishandwerkerschaft Bergisches Land