Der Gestaltungswettbewerb DIE GUTE FORM

Die Begründungen der Jury zu den ausgezeichneten Gesellenstücken

Bei diesem Gestaltungswettbewerb zeichnet eine Fachjury exzellent gestaltete Gesellenstücke im Tischlerhandwerk aus. Dies geschieht zunächst auf lokaler Ebene, dann auf Landes- und abschließend auf Bundesebene. Die Gewinner des Wettbewerbs auf lokaler Innungsebene (Leverkusen, Rheinisch-Bergischer Kreis und Oberbergischer Kreis) stehen nun fest. Lesen Sie hier die jeweiligen Begründungen der Jury:

1. Platz: Jakob Koenen „Hippo, die Truhe“; gelernt im Betrieb Brings Schreinerei in Bergisch Gladbach

Jury-Begründung:
Dieses Stück erscheint zunächst ruhend und unauffällig. Dann überzeugt die Aufbewahrungstruhe durch ihre Klarheit in der Form und die innovative und selbstverständliche Funktion des Gebrauchs, speziell des Öffnungsmechanismus. Die strenge Form wird durch das junge, frische Grün des Filzes auf der Sitzfläche und zwischen den feinen Adern aufgebrochen.
Insgesamt besticht dieses Stück durch seine Funktion und Haptik sowie der hohen handwerklichen Verarbeitungsqualität.

2. Platz: Tobias Innig „Wooden Smoke“; gelernt im Betrieb Tischlerei Innig in Bergisch Gladbach

Jury-Begründung
Dieser Couchtisch überzeugt durch Gradlinigkeit, Haptik und Proportionen. Er zeichnet sich durch seine präzise Linienführung aus, die bündig und scharfkantig ist und den geschlossenen Korpus des Tisches aufbricht. Die gelungene Formensprache wird unterstützt durch den Kontrast der verwendeten Materialien: ein Spiel zwischen Eichen-Holz und dem grauen Fenix. Die Schattenfuge um die Schublade herum besticht durch ihre Präzision. Ein Kreiselement auf der Tischoberfläche wird in der zweiten Ebene wiederholt. Durch diesen Formkontrast entsteht Spannung zu dem ansonsten rechteckigen Tisch und verleiht ihm etwas Organisches.

Der Couchtisch funktioniert auch sehr gelungen ohne Shisha − ein gelungenes Spiel der Linien, welche die Flächen aufschneiden, unterbrechen oder fortsetzen.

3. Platz: Armelle Muslic „Runde Sache“; gelernt im Betrieb Feinschnitt in Leverkusen

Jury-Begründung
Dieses Wandregal erinnert an ein dreidimensionales Wandgemälde. Das Objekt spielt mit Linien und Flächen, durch die Wiederholungen von Rechtecken und Quadraten, die durch Linien aufgebrochen werden. Durch die Anordnung der Linien und Flächen entstehen harmonische Schattenspiele. Auch die harmonische Farbwahl von Grün und Gold/-Bronzeschimmer unterstützen die Gesamtästhetik.
Die Kästchen mit Deckel laden zum Spielen, Verschieben, Verstauen und Anordnen ein.
Das Möbelstück ist eine Proportionsstudie von höchster ästhetischer Anmutung!

Belobigung: Johannes Tewinkel „D“; gelernt im Betrieb Schreinerei - Manfred Müller in Odenthal

Jury-Begründung:
Ein extravaganter, skulpturaler, innovativer Barschrank, der zeigt, wie durch digitale Planung und Fertigung Freiformen möglich werden. Das Objekt ist sehr dekorativ und von hoher technischer Präzision. Die äußere Form weckt Erwartungen an den Innenraum, der mithilfe einer Gasdruckfeder seinen Inhalt emporhebt.
Ein Objekt mit starker Präsenz und Auffälligkeit!

Belobigung: Claas Barfknecht "Flurmöbel mit Sitzbank", gelernt im Betrieb Form Art GmbH in Rösrath

Jury-Begründung:
Dieses skulpturale Flurmöbelstück überzeugt durch seine perfekte Materialauswahl, dem hinterleuchteten Furnier auf Acrylglas, der innovativen technischen Lösung wie der Stromzufuhr und einer sehr guten technischen Umsetzung. Barfknechts Objekt weist eine Auseinandersetzung mit Form und Proportion auf und hebt sich so von konventionellen Lösungen ab.

Belobigung: Finn Ole Fuchs "TV-Board", gelernt im Betrieb fesk Tischlerei GmbH in Bergisch Gladbach

Jury-Begründung:
Dieses Möbelstück nimmt sich selbst zurück und ist zunächst unauffällig. Es überzeugt dann durch den klugen Einsatz unterschiedlichster Materialien, welche farblich kontrastieren, zugleich aber harmonieren und zudem zu einer optischen Einheit verschmelzen. Der Hochglanzlack wirkt edel. Insgesamt ist der Körper harmonisch gegliedert.
Das TV-Board zeichnet sich durch eine interessant gestaltete Fuge, die als Griff funktioniert, aus. Somit komplettieren sich Funktionalität und Ästhetik zu einem gelungenen Gesamtobjekt: gediegen – klassisch − traditionell.

Der erstplatzierte Geselle wird zusätzlich in den Landeswettbewerb entsendet.

Die Jury-Mitglieder: 
Christine Diemann - Gestalterin - Berufskolleg Bergisch Gladbach
Freia Hartfiel - M.A. Architektur - Tischlerin
Hans-Christoph Bittner - Möbel-/Innenraumgestalter, Unternehmensberatung Formgebung - Fachverband Tischler NRW


Die Broschüre der Tischler-Gesellenstücke 2021 erhalten Sie als pdf über diesen Link.

Viel Spaß bei der Lektüre!

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