Ausbildung und wirtschaftlicher Stellenwert im Handwerk attraktiv

Ausbildung im Handwerk attraktiv
Zum Berufsbildungsbericht 2016 erklärt Willi Reitz, Kreishandwerksmeister Bergisches Land:

"Der Berufsbildungsbericht bestätigt erneut die stetig zunehmenden Chancen für Jugendliche auf dem Ausbildungsmarkt. Im Handwerk wurden im Ausbildungsjahr 2015 knapp 2.400 mehr Ausbildungsplätze (+1,6 Prozent) als im Vorjahr angeboten. Auch die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Handwerk hat sich erstmalig seit 2007 wieder erhöht – gegen den demografischen Trend. Wir schließen daraus ein wachsendes Interesse an einer Ausbildung im Handwerk und einen ersten Erfolg unserer Bemühungen, die Attraktivität unserer Ausbildungsberufe herauszustellen.

Gleichwohl konnten knapp 10 Prozent der Ausbildungsplätze des Handwerks nicht besetzt werden. Vor allem kleine Ausbildungsbetriebe haben Probleme, Nachwuchs für ihre Ausbildungsplätze zu finden. Das neue Instrument der Assistierten Ausbildung, das Jugendliche mit Förderbedarf und ihre Ausbildungsbetriebe individuell und bedarfsgerecht betreut, soll hierbei unterstützen.

Das Handwerk eröffnet jungen Männern und Frauen vielfältige Karrierewege und Entwicklungsmöglichkeiten. Digitalisierung und neue Technologien – wie zum Beispiel Smart Home und Elektromobilität – machen das Handwerk auch für leistungsstarke Schulabsolventen attraktiv. Die Ausbildungsberufe des Handwerks werden fortlaufend modernisiert, um sicherzustellen, dass junge Menschen mit Abschluss einer Ausbildung fit für die künftigen Erfordernisse des Berufslebens sind."

Wirtschaftlicher Stellenwert des Handwerks
Das Handwerk ist der vielseitigste Wirtschaftsbereich Deutschlands und bildet mit seinen kleinen und mittleren Betrieben das Kernstück der deutschen Wirtschaft.
Rund 1.007.000 Betriebe sind in die Handwerksrollen und in das Verzeichnis des handwerksähnlichen Gewerbes eingetragen. Dort arbeiten rund 5,38 Millionen Menschen, ca. 371.000 Lehrlinge erhalten dort eine qualifizierte Ausbildung. Damit sind 12,6 Prozent aller Erwerbstätigen und 27,3 Prozent aller Auszubildenden in Deutschland im Handwerk tätig. Im Jahr 2015 erreichte der Umsatz im Handwerk rund 533 Milliarden Euro (ohne MwSt).
Ob für Privatverbraucher, Industrie, Handel oder die öffentliche Hand - das deutsche Handwerk bietet ein breites, differenziertes und qualitativ hochwertiges Angebot an Waren und Dienstleistungen an. Mit Flexibilität und Kreativität erfüllt es individuelle Kundenwünsche.

Schulische Vorbildung: Verteilung 2015
Quelle: Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH)


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