Auf die inneren Werte kommt es an

EU-Kommission soll zu „vegetarischen/veganen“ Fleischersatzprodukten Stellung nehmen

Die Fleischerinnung Bergisches Land fordert mehr Wahrheit und Klarheit in der allgemeinen Debatte um „vegetarische Schnitzel“ und andere Fleischersatzprodukte. Dieter Himperich, Obermeister der Fleischerinnung Bergisches Land dazu: „Es werden zunehmend vegetarische oder vegane Produkte unter Verwendung der eingeführten Bezeichnungen von Fleischerzeugnissen in den Verkehr gebracht. Diese Fleischersatzprodukte haben aber weder in Zusammensetzung noch in Geschmack mit den traditionellen Erzeugnissen wie Wurst und Schinken etwas gemeinsam.“ So komme es nach Ansicht des Obermeisters nicht alleine auf ein ähnliches Aussehen an. Entscheidend für die Erfüllung der Verbrauchererwartung seien auch Geruch, Konsistenz und vor allem Geschmack.

Lediglich die Aufmachung oder die Form des „Originals“ zu imitieren, ist nach Ansicht der Fleischerinnung irreführend. Obwohl die Verkehrsbezeichnungen vielfach durch die Begriffe wie „vegetarisch“ oder „vegan“ ergänzt würden, können diese Surrogate zu Verbrauchertäuschungen und Verwechslungen führen. „Nur weil es äußerlich wie ein Schnitzel aussieht, muss es noch lange keines sein, geschweige denn, wie eines schmecken. Es kommt eben auch auf die inneren Werte an.
Der Obermeister empfiehlt für fleischlose Erzeugnisse neutrale Begriffe wie „Bratstück“, die übrigens im Handel auch Verwendung finden. Das sei dem Verbraucher gegenüber ehrlicher. Wenn diese Produkte qualitativ und geschmacklich überzeugen könnten, würden sie auch ohne Schummelei bei der Namensgebung ihre Liebhaber finden.

Die Produkte als solche lehnt die Innung übrigens nicht ab. „Viele fleischerhandwerkliche Betriebe haben schon lange Vegetarisches im Angebot und sind auch neuartigen Lebensmitteln gegenüber aufgeschlossen“, stellt Himperich klar.

Die Problematik der irreführenden Kennzeichnung von „vegetarischen/veganen“ Fleischerzeugnissen wird nun auch die Europäische Kommission beschäftigen. Die EU-Kommission soll dazu Stellung nehmen, ob die Verwendung der traditionellen Bezeichnungen bei Lebensmittelimitaten möglich ist, ob Zusätze wie „vegetarisch“ oder „vegan“ zur Vermeidung von Irreführungen ausreichen oder ob hierzu weitere Angaben notwendig wären. Es bleibt abzuwarten, wie die EU-Kommission und die Deutsche Lebensmittelbuchkommission entscheiden werden.

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