Wenn Technik politisch wird: Energieeinspargesetzgebung und DIN 18008

Nicht immer lassen sich technische Fragestellungen und Themen der Normung in den entsprechenden nationalen, aber auch internationalen Fachausschüssen abschließend regeln. Insbesondere dann, wenn der Gesetzgeber aufgefordert ist, legislativ tätig zu werden, ist es ebenso eine Frage der politischen Verbandsarbeit, fachliche Bewertungen in den richtigen Kontext zu rücken.

Ein solches Thema ist die Energieeinspargesetzgebung. Wir kennen die Materie noch unter dem Titel „EnEV 2017“. Doch eine Verordnung wird es voraussichtlich nicht mehr werden. Mittlerweile spricht der Gesetzgeber von einem „Zusammenführungsgesetz“, zwischen Energieeinsparverordnung (EnEV), dem Energieeinsparungsgesetz (EnEG) und dem Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG).

Uns geht es allerdings weniger um den Namen, als vielmehr um die Inhalte. So befürchten wir, dass Fenster in Neubauten aufgrund dickerer Glasaufbauten zukünftig noch massivere und besser gedämmte Rahmen haben müssen. Dafür sind viele Produktionsanlagen im Tischler- und Schreinerhandwerk allerdings nicht ausgelegt. Etablierte Fenstersysteme, wie das IV 68, drohen im Neubau mittelfristig komplett vom Markt zu verschwinden. Die durchschnittlichen Investitionskosten handwerklicher Fensterbauer bei einer Umstellung auf andere Systeme, werden auf Summen im hohen fünfstelligen Bereich geschätzt. So sehen wir die Reduzierung des Fensters allein auf seinen Dämmwert sehr kritisch und halten deshalb auch eine zu starke Absenkung des Dämmwerts der Gebäudehülle – der auch das Fenster einbezieht – für unverhältnismäßig. Ein Fenster ist schließlich keine Wand. Hinzu kommt: Lichtdurchflutete Gebäude mit viel Fensterfläche, wie wir sie heute kennen, wären dann kaum mehr zu realisieren. Und schließlich besteht die Gefahr, dass vor allem die kleinen, handwerklichen Fensterbaubetriebe aus dem Markt gedrängt würden. Das ist keine akzeptable Vorstellung.

Doch zunächst müssen wir die Veröffentlichung des Gesetzentwurfs abwarten. Vorbereitet sind wir – zum Nutzen unserer Fensterbaubetriebe.

DIN 18008

Ein anderes technisches Thema, dass derzeit in der politischen Verbandsarbeit behandelt wird, ist die Überarbeitung der DIN 18008. Wie berichtet, geht es um die Forderung der Glasindustrie, künftig bei bodentiefen Elementen Sicherheitsglas zu verwenden. Tischler Schreiner Deutschland setzt sich dafür ein, dass die Auswirkungen für das Tischler- und Schreinerhandwerk verhältnismäßig bleiben. In einem ersten Abstimmungstreffen mit dem Bundesverband Flachglas wurde uns Gesprächsbereitschaft signalisiert. Daran lässt sich anknüpfen.


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