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Übersicht der Gewerke:

Das Raumausstatterhandwerk

Raumausstatterin bei der Stoffauswahl
Foto: teamhandwerk

Hinter der noch recht jungen Berufsbezeichnung "Raumausstatter" stehen hoch qualifizierte Fachleute, die ein altes, traditionsreiches Handwerk ausüben. Der Berufsstand hat seinen Urprung im französischen "Tapissier". Dieser Name geht zurück auf den Wandteppich, 800 Jahre lang das wichtigste dekorative Raumelement. Vom französischen Königshof, an dem der Tapissier zunächst arbeitete, gelangten Beruf und Berufsbezeichnung an die anderen europäischen Höfe. Mitte des 18. Jahrhunderts etablierte sich in Deutschland neben dem "Hoftapezierer" der "bürgerliche Tapezierer". Bis 1965 gab es sowohl "Polsterer-Dekorateure" als auch "Tapezierer-Dekorateure".

Die offizielle Berufsbezeichnung „Raumausstatter“ ist im Jahre 1965 eingeführt worden. Heute gehören zum Berufsbild Polsterarbeiten, Wand- und Deckenbekleidung, das Verlegen von Bodenbelägen, Anfertigen von Sicht- und Sonnenschutz in Form von Jalousien, Rollos oder Markisen und natürlich das Dekorieren.

Raumausstatter-Fachkräfte erlernen in ihrer 3-jährigen Ausbildung die Kunst, komplette Räume neu zu gestalten. Das heißt für Kunden, durch die Arbeit nur eines Handwerkers ein völlig neues Wohngefühl erleben zu dürfen, dass langfristig anhält. Fachkräfte verfügen zudem über eine geschulte Beratungskompetenz. Sie basiert auf fachlichem Können und Wissen, dem Gefühl für Farb- und Formwirkungen im Raum und nicht zuletzt der Selbstverständlichkeit, sich in Sachen neuester Technologien auszukennen. So sind auch individuelle Kundenwünsche kein Problem und fließen in die Planung kurzerhand mit ein. Gerade beim Thema Wohnen und Renovieren zeigt sich, dass es wichtig ist, ein feines Gespür für den individuellen Geschmack zu haben und ein persönliches Verhältnis zum Kunden aufzubauen – denn immerhin geht es meist um den Privatbereich.

Mit der Novellierung der Handwerksordnung 2004 wurde die bislang vorgeschriebene Meisterprüfung als Voraussetzung für die selbstständige Ausübung eines Handwerks in insgesamt 53 Berufen aufgehoben, darunter fielen auch die Raumausstatter. Die Resonanz war ein regelrechter Gründungsboom. So stieg im Raumausstatter-Handwerk der Betriebsstand im ersten Jahr nach Abschaffung der Meisterpflicht um 41,4 Prozent. Dreiviertel aller neu eingetragenen Betriebe verfügten dabei jedoch nicht einmal über eine Gesellenqualifikation.

Aber gelernt oder ungelernt ist eben doch ein gravierender Unterschied. So ist ein ausgebildeter Raumausstatter ein Garant für hohen Qualitätsstandard, Schnelligkeit und kompetente Ausführung. Als Unternehmer besitzen die Fachkräfte mit Meisterbrief zudem das nötige rechtliche und betriebswirtschaftliche Hintergrundwissen. Wer heute seine Meisterprüfung im Raumausstatter-Handwerk absolviert, hat Einsatzbereitschaft, Durchhaltevermögen und Verantwortungsbewusstsein unter Beweis gestellt. Das ist eine Qualität, die in den meisten unserer Nachbarländer unbekannt ist.

Welche interessanten und vor allem kreativen Möglichkeiten das Raumausstatter-Handwerk bietet, vermutet der Laie zunächst kaum. Alleine zur Beratung bietet ein Fachbetrieb eine weit umfassende Sammlung an Musterbüchern mit Stoff- oder Teppichbeispielen zur Auswahl an. Im Gespräch mit dem Kunden spielt mittlerweile auch hier und da der Computer eine Rolle. Große Stoffhersteller führen bereits heute dreidimensional auf dem Bildschirm vor, wie eine Wohnung z.B. mit der ausgewählten Stofftapete aussehen könnte. Und die "virtuelle Dekoration" hat Zukunft, denn so bekommt man einen realistischeren Eindruck bei der Neugestaltung.

Wer die Idee hat, das traute Heim wohnlicher und gemütlicher zu gestalten, hat praktisch unbegrenzte Möglichkeiten. Nur sollte man dabei nicht auf Billigangebote von Baumärkten setzen. „Von besserer Qualität hat der Kunde im Endeffekt einfach mehr“, weiß Peter Vogel, Obermeister der Innung für Raumausstatter und Bekleidungshandwerke Bergisches Land. „Wer also Individualität mag“, so Vogel weiter „etwas besonderes oder gar exklusives besitzen möchte, sich etwas gönnen will oder nicht das Mobilar und die Einrichtung in der Wohnung oder im Haus haben möchte, die praktisch jeder hat, erwirbt durch die Arbeit eines Raumausstatters eine Anschaffung, die ein ganz neues und fantastisches Lebensgefühl erzeugt.“

Voll im Trend sind in Bezug auf Fensterdeko zurzeit Flächenvorhänge, die auch gerne in halbtransparenten Stoffen gewählt werden. Sie sind zudem gut mit Seitenschals kombinierbar, die in einem dichteren Stoffgewebe gefertigt werden. Schwere Stoffe sind hingegen von gestern. Insgesamt ist auch wieder mehr Farbe angesagt. Weg von den unauffälligen Farbvarianten erleben jetzt Grüntöne und vor allem die Farbe Blau eine wahre Renaissance. Beim Sonnenschutz sind Rollos mit geschlossener Kassette sehr gefragt und nach wie vor werden für kleinere und mittlere Fenster Plissee Stoff-Jalousien angebracht.

Alte Sitzmöbel aufzupolstern und neu beziehen zu lassen, ist ebenfalls absolut „In“. Einzelne antike Möbelstücke kombiniert man heute gerne mit modernen, strengen Einrichtungen. Mit einem neuen Bewusstsein für Qualität und Handarbeit finden trendige junge Leute mittlerweile, dass eine aufgepolsterte alte Couch viel schöner ist als Billigmöbel vom Einrichtungs-Discounter.

Das Bekleidungs- und Schuhmacherhandwerk

Maßschneiderin bei der Vermessung
Foto: teamhandwerk

Das Schuhmacherhandwerk gehört zur Innung der Raumausstatter.

Gebracht werden Schuhmachern mittlerweile nicht mehr nur hochwertige Schuhe, sondern auch preiswerte Stücke, die wegen ihres Tragekomforts reparierwürdig sind. Wer sich in zu engen Pumps oder Budapestern eine Blase gelaufen hat, unter Fußdeformationen leidet oder die Schuhe zu weit geworden sind, kann sie sich beim Schuster perfektionieren lassen. Die Trickkiste der Handwerker ist groß, wobei das Hauptgeschäft die Absätze der Schuhe sind. Es kommt sogar vor, dass intakte Absätze durch eine breitere Variante ersetzt werden, wenn sich die vorhandenen als Qual erweisen. Zudem gibt es einen Kundenkreis, der seine Schuhe lieber für 250 Euro anfertigen lässt, als Kompromisse in Bezug auf die Passform einzugehen oder Ware von der Stange zu tragen. Egal also, ob die Reißverschlüsse klemmen, Wasser durch kleine Löcher dringt oder sich die Sohle vom Schuh löst, es ist ein Fall für den Schumacher - ein Handwerk, das auch heute nicht wegzudenken ist.

Auch das Bekleidungshandwerk gehört zu dieser Innung.

Selbstverständlich weiß jeder, wo sich in der Nähe Discount-Läden befinden. Doch wenn man Verbraucher fragt, wo es Maßkleidung gibt, erhält man meist ein Achselzucken als Antwort. Kein Wunder, denn die Kunden haben sich in den vergangenen Jahrzehnten an industriell hergestellte Kleidung gewöhnt und damit auch an das entsprechend niedrige Preisniveau, obwohl in jüngster Zeit einige Skandale aufhorchen ließen, da die Herkunft der Waren zu Recht in die Medienkritik geriet. Mit Discount-Mode Preisen können Handwerker selbstverständlich nicht konkurrieren. Doch was viele nicht vermuten: Maßkleidung ist oft nicht teurer als der Hosenanzug einer bekannten Marke aus einer exklusiven Boutique. Die Kleidung sitzt optimal und die individuelle Passform fühlt sich am Körper einfach gut an. Auch was die Farben, Stoffe und Verarbeitung angeht, sind die Trends der Industrie kein Muss. So bekommt man genau das, was man sich wünscht - ohne Einkaufsmarathon auf der Suche nach dem gewünschten Kleidungsstück.


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