Die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich weiterhin schwierig.

Die Suche nach Auszubildenden gestaltet sich weiterhin schwierig.

„Einen gesamten Überblick für die Region der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land zu geben, würde diese Bilanz verfälschen“, erklärt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto. „Entweder wäre die Aussage zu positiv oder zu negativ. Deswegen müssen wir auf die regionalen Unterschiede aufmerksam machen.“ Während der Ausbildungsmarkt des Handwerks im Oberbergischen stabil bleibt, ist die Suche nach Auszubildenden im Rheinisch-Bergischen Kreis schon schwieriger und Leverkusen entwickelt sich langsam zu einem Sorgenkind.

Die Mühen der Handwerker machen sich im Oberbergischen bezahlt.
Immer wieder machen die Betriebe und Innungen auf die vielfältigen Möglichkeiten und Chancen in den über 150 unterschiedlichen Ausbildungsberufen im Handwerk aufmerksam. Dennoch ist die Freude verhalten, denn die Situation auf dem Ausbildungsmarkt im Oberbergischen ist stabil und hat sich nicht verbessert. In konkreten Zahlen bedeutet diese Aussage, dass lediglich zwei Prozent weniger Ausbildungsverträge, das entsprich sieben Verträgen, weniger eingetragen wurden. Allerdings hat es innerhalb der Berufsbilder durchaus Schwankungen gegeben, denen es gilt, auf den Grund zu gehen.

Die Verlierer
Insbesondere der Rückgang bei den Verträgen im Friseurhandwerk, im Maler- und Lackierer-Handwerk, im Zimmererhandwerk und im Metallbauerhandwerk ist kein gutes Signal an kundennahe Dienstleistungen auf dem Land. Auch die Elektroniker mussten Einbußen hinnehmen.

Die Gewinner
Umso erfreulicher hat sich die Situation wieder bei den Bäckern, den Kfz- Mechatronikern, den Dachdeckern sowie den Tischlern entwickelt. Die Anlagenmechanikern Sanitär, Heizung- und Klimatechnik bleiben stabil. Gerade in diesem Berufsbild haben sich die Beratungsdienstleistungen massiv gewandelt. Ob beim Endkunden tatsächlich die Solaranlage auf dem Dach den gewünschten Effekt bringt oder welche konventionelle Energie bessere ist, dafür braucht es Fachleute, die das gesamte Spektrum beherrschen und den Überblick für den Kunden behalten.

Das Fazit
„So sehr wir uns mit den Betrieben über diese stabile und gestiegene Eintragungslage der Ausbildungsverhältnisse freuen, darf es nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Situation auf dem Ausbildungsmarkt angespannt ist.“, betont Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto. Die hochqualifizierenden Handwerksberufe konkurrieren mit den Arbeitsplätzen in Industrie und Verwaltung, die in der Wahrnehmung von Eltern und Jugendlichen als sicher und lukrativ wahrgenommen werden. Demgegenüber gelten in der Gesellschaft meist die selbstständigen Handwerksbetriebe als weniger attraktive Arbeitgeber und die Tätigkeiten als weniger qualifizierend. Diesem Irrtum muss endlich wirksam entgegen gewirkt werden, fordert der Hauptgeschäftsführer und lädt die Eltern und Schüler ein, sich die Prozesse eines modernen Handwerksunternehmens genauer anzuschauen. Die Vorstellung, als 'Meister Eder´ ein schönes Leben zwischen seinen liebevoll gefertigten Holzmöbeln zu führen und diese gewinnbringend zu verkaufen, ist eine schöne Vorstellung und es gibt sicherlich einzelne, die sich diesen Traum erfüllen konnten. Die Realität aber ist davon meilenweit entfernt. Tischlerbetriebe sind genauso im hochkomplexen Ladenbau tätig oder im anspruchsvollen Bereich der Bautischlerei, wo passgenaue Türen und Fenster termintreu und profitabel zum Teil mit modernster CNC Technik gefertigt werden. Im Gegenzug dazu ist jeder selbstständige Bäckermeister heutzutage förmlich gezwungen seine Kreativität immer wieder aufs Neue auszuleben, um dem immer komplizierter werdenden Kunden, das richtige Angebot zu machen. Dabei spielen die immer verstärkter auftretenden Nahrungsmittelunverträglichkeiten ebenso eine Rolle, wie auch das wachsende Bewusstsein, sich gesund oder zumindest bewusster zu ernähren. Wer hier nur auf die vermeintlich unattraktiven Arbeitszeiten schaut, hat den Beruf nicht verstanden.

Weniger Auszubildende im Handwerk in Rhein-Berg und Leverkusen
Für 2017 verzeichnet das Handwerk weniger neu abgeschlossene Ausbildungsverträge als im Vorjahr. „Das hat leider nicht gereicht“, zeigt sich der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, Marcus Otto, enttäuscht, „die guten Vertragszahlen aus dem Frühjahr konnten wir leider nicht mit in den Herbst retten“. Diese Zwischenbilanz aus dem Frühjahr gab zu dem Stichtag 31. März 2017 einen Überblick über die bereits abgeschlossenen Ausbildungsverträge, die mit dem 1.8.2017 begonnen haben.

Unterschied Rhein-Berg/ Leverkusen
Für Rhein- Berg sind zehn Prozent weniger Ausbildungsverträge eingetragen worden, was einem Minus von 45 Verträgen entspricht. In Leverkusen ist die Situation noch deutlich schlechter. Hier wurden im Vergleich zum letzten Jahr achtzehn Prozent weniger Lehrverträge eingetragen oder in reellen Zahlen sind es 37 Verträge weniger. „Das hat uns verwundert“, merkt Hauptgeschäftsführer, Marcus Otto, an.

Die Verlierer
Insbesondere die Anlagenmechaniker Sanitär Heizung Klima haben in beiden Regionen ein dickes Minus zu verzeichnen. In Rhein-Berg fehlen dort fünfzehn Verträge - in Leverkusen fehlen dort zehn Verträge. Gerade dieser Beruf hatte aber im letzten Jahr den deutlichsten Zuwachs zu verzeichnen, so dass der Vergleich von einem Vorjahreshoch auf ein verhältnismäßig normales Jahr die Lage immer schlechter aussehen lässt, als sie eigentlich ist.
Auch bei den Dachdeckern in Rhein-Berg ist ein deutlicher Rückgang festzuhalten. In diesem Jahr sind – im Vergleich zu den Verträgen aus dem vergangenen Jahr - etwa 50 Prozent weniger Ausbildungsplätze besetzt worden und das, obwohl die Auftragslage gut ist. Daran sehen wir, wie angespannt die Lage auf dem Ausbildungsmarkt wirklich ist, denn viele freie Ausbildungsplätze sind unbesetzt geblieben.
In anderen Branchen sind es vereinzelt weniger Ausbildungsverträge. Was jedoch bei den einzelnen Berufen unmerklich ist, macht sich in der Summe deutlich bemerkbar und führt zu einem insgesamt großen Minus an eingetragenen Verträgen.

Die Gewinner
Trotz der insgesamt schlechten Ausgangslage haben wir im Bereich Rhein-Berg und Leverkusen für die Kreishandwerkerschaft Bergisches Land auch erfreuliche Nachrichten. In Leverkusen gibt es einen deutlichen Anstieg der Ausbildungsverträge bei den Bäckerei-Verkäuferinnen. In Rhein-Berg gibt es daneben weitere deutliche Pluspunkte: Deutlich gestiegene Ausbildungsverträge bei den Bäckern, Elektronikern und KfZ-Mechatronikern.

Klarer Appell an die Politik
„Die Lage ist ernst!“ Das ist das ganz deutliche Gesamtfazit des Hauptgeschäftsführers, Marcus Otto. Die Handwerker appellieren und bitten bereits seit Jahren – auch die Gesprächsbereitschaft vor der Landtags- und Bundestagswahl in diesem Jahr haben die Handwerker unermüdlich genutzt. Nach den vielen Versprechungen der Politiker müssen jetzt zeitnah Taten folgen. „Es ist nicht mehr fünf vor zwölf! Sondern mittlerweile schon einige Sekunden nach zwölf, um in dieser bildlichen Sprache zu bleiben!“, mahnt der Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land. Bereits jetzt ist abzusehen, dass durch fehlende Ausbildungsverträge zukünftig Lücken entstehen, die wir nicht mehr füllen können, sondern mit denen wir umgehen müssen. Das Versprechen der Politiker muss eingelöst werden, dem Handwerk eine Aufwertung zu verschaffen, die es verdient hat. Nicht nur den jungen Menschen – vor allem den Eltern und Lehrern der weiterführenden Schulen – muss deutlich gemacht werden, dass die berufliche Bildung gleichwertig zur akademischen Bildung ist. Ein Meister verdient in seinem Leben ähnlich viel wie ein Bachelor-Absolvent – dabei ist seine Arbeitsplatzsicherheit deutlich höher.
An die Betriebe appelliert Hautgeschäftsführer Marcus Otto, in Ihren Anstrengungen auf der Suche nach geeigneten Auszubildenden nicht nachzulassen. Auch bei der Azubisuche komme es schließlich auf die Qualität an und nicht auf die Quantität. Die Handwerker sollten weiterhin jede angebotene Möglichkeiten nutzen, sich und Ihre Ausbildungsangebote sichtbar zu machen. Berufsfelderkundungen sind feste Bestandteile des Schulunterrichtes geworden. Praktika können im Rahmen der Schule absolviert werden. Das ist immer noch der beste Weg um Vorurteile abzubauen, auch bei Lehrer und Eltern.

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