Branchenreport 

Innung für Metalltechnik Bergisches Land 
Die Spezialisten für alles, was lange halten muss

„Metallhandwerk macht das Leben schön“, heißt es auf der Internetseite des Bundesverbandes Metall – Vereinigung Deutscher Metallhandwerke. Rund 40.000 kleine und mittlere Unternehmen gehören zum Metallhandwerk in Deutschland. Sie bilden 37.000 Lehrlinge aus, beschäftigen 500.000 Mitarbeiter und erwirtschaften fast 60 Milliarden Euro Umsatz im Jahr.

Das ist Metallhandwerk in Deutschland. Nicht nur zahlenmäßig und als Arbeitgeber ist das Metallhandwerk unverzichtbar. Metallhandwerk steht für die ganze Vielfalt metallverarbeitender Unternehmen, die unser Industrieland braucht: Maschinenbau, Werkzeugbau, Metall- und Stahlkonstruktionen im Hoch- und Tiefbau, Klimaschutz und Mobilität, öffentliche Infrastruktur und modernes Wohnen. Metallbetriebe – vom Bronzegießer über den Metalldesigner bis zum Hightech-Unternehmen – finden wir überall, wo produziert, gebaut und gewohnt wird. Als Künstler und Konstrukteur, von der Planung bis zur Ausführung oder vernetzt mit Partnerbetrieben lösen Metallhandwerker die kleinen und großen Probleme ihrer Kunden. Exportweltmeister Deutschland? Nicht ohne das Metallhandwerk.

Auch in der Region ist das Metallhandwerk denkbar vielfältig. Zu den 120 Innungsfachbetrieben zählen auch Unternehmen, die ausschließlich Hallen und Stahl-Unterkonstruktionen für die Industrie bauen. Gitterroste für Maschinen beispielsweise, auf denen die Arbeiter laufen können. Oder Bühnen für Fabriken. Ein Innungsmitglied produziert Formen für die Automobilindustrie, in denen die Kühlerschläuche für Autos gepresst werden.

Die wichtigsten Berufe im Metallhandwerk sind zum einen der Metallbauer mit den Fachrichtungen Konstruktionstechnik, Metallgestaltung und Nutzfahrzeugbau sowie zum anderen der Feinwerkmechaniker mit den Schwerpunkten Maschinenbau, Werkzeugbau und Feinmechanik. „Metallhandwerker arbeiten in der Solar- oder der Steuerungstechnik, sind Schweißer, Meister, Bauleiter, Konstrukteur, Service-Fachmann, Werkstattleiter, Techniker, Fachwirt und vieles andere mehr“, erklärt Rainer Pakulla, Obermeister der Innung für Metalltechnik.

Der Werkstoff Metall hat viele Vorzüge, erläutert Pakulla. Ihn gibt es in vielen denkbaren Güten. Man kann ihn formen, biegen, schmieden und schweißen, sowie zur Formgebung verwenden. „Wir beschäftigen uns mit einem sehr vielseitigen Werkstoff. Alles, was lange halten muss, ist aus Stahl.“ Deshalb schaffen Metallhandwerker bleibende Werte, zumal zahlreiche Produkte heute auch aus nicht rostenden Stählen hergestellt werden.

Für Bauherren, Architekten und Planer wird der Baustoff Metall besonders interessant, wenn die Kosten über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes betrachtet werden. Als Tragwerk ermöglicht es Stahl, die Gebäudenutzung veränderten Bedürfnissen oder Situationen anzupassen. Ganze Parkhäuser wurden bereits demontiert und andernorts wieder aufgebaut. „Klare Strukturen, Kosteneffizienz, Transparenz und Übersichtlichkeit sind Vorteile von Metalltragwerksbauten im Hoch- und im Wohnungsbau“, schreibt der Bundesverband Metall. Zudem ließen sich Metallkonstruktionen gut mit Glas, Holz und anderen Baustoffen verbinden. Auch die Solararchitektur und das Passivhaus greifen auf Stahlträger in der Konstruktion zurück.

Zwar sei Stahl in der Herstellung energieintensiv, doch die hohe Recyclingquote und die Langlebigkeit von Gebäuden, die mit Stahl errichtet werden, sprächen für diesen Baustoff. Dass Stahlträger aus dem Palast der Republik heute in Dubai für den Neubau der Hochhäuser von morgen verwendet würden, sei dafür ein aktuelles Beispiel. Moderne Fensterfronten, intelligente Fassaden, Solararchitektur, Photovoltaik und Passivhäuser seien ohne Metallbau nicht möglich.

In seinem eigenen Betrieb hat der Obermeister schon öfter erlebt, dass trotz solide kalkulierter Angebote andere Wettbewerber ungleich preiswerter waren. Entweder würde es am Ende teurer, weil der Ein-Mann-Betrieb nachkalkulieren müsse. Oder er liefere mangelhafte Arbeit ab, weil die berechnete Zeit bei weitem nicht ausreiche. „In beiden Fällen ist der Kunde verärgert“, sagt Pakulla, „und dieser Ärger bezieht sich nicht unbedingt nur auf den jeweiligen Betrieb, sondern auf das Handwerk allgemein.“ Gute Arbeit koste nun einmal auch gutes Geld. „In jedem Fall mehr als Murks“, meint Pakulla, „aber von Murks hat der Kunde gar nichts.“

Zahlreiche Metallbaubetriebe, die sich mit Produkten rund ums Haus beschäftigen, konzentrieren sich inzwischen mehr und mehr auf das Sanierungsgeschäft: Geländer, die vor 40 oder 50 Jahren gebaut wurden, waren nicht feuerverzinkt. Sie sind heute verrostet, halten nicht mehr dicht und werden daher im Zuge einer Sanierungsmaßnahme meist erneuert. Bei energetischen Sanierungen ist der Metallbauer ebenfalls gefragt, etwa wenn es darum geht, Kältebrücken wegzunehmen, weil ein Geländer bis ans Dach heranreicht. Immer beliebter werden auch Produkte aus Edelstahl, mit denen Akzente am Haus gesetzt werden.

Marktchancen gibt es dennoch. Zum Beispiel beim Thema „Barrierefreies Wohnen“. In der älter werdenden Gesellschaft kann das Metallhandwerk dazu beitragen, dass Senioren ihre Wohnbedürfnisse verwirklichen können. Beispielsweise geben Griffe älteren Menschen Halt, Sicherheit und Mobilität. Gleichzeitig können sie als dekorative Elemente eingesetzt werden. Das gilt auch für Geländer, die sich für mehr Bequemlichkeit und Komfort sogar elektrisch ausrüsten lassen, etwa mit einem Lichtschalter oder einem Türöffner.

„Das Jahr 2013 hatte im Metallbauhandwerk sehr unterschiedliche Facetten. Im Baubereich waren der lange Winter und die damit verbundenen wenigen Aufträge häufig problematisch aufzufangen. Die gute Auftragslage ab dem Sommer brachte viele Betriebe an ihre Leistungsgrenze. Leider konnten nicht alle Betriebe die Anfangsschwierigkeiten des Jahres kompensieren. Die feinwerktechnischen Betriebe, welche als Zulieferer und im Vorrichtungs- und Sondermaschinenbau für die Industrie tätig sind, hängen sehr stark von der Industrieproduktion im Inland ab. Die Inlandsnachfrage hat sich im Jahr 2013 erst langsam gesteigert bzw. stabilisiert und somit hatten diese Betriebe ebenfalls Auftragsschwankungen hinzunehmen.

Dazu kommt der Preisdruck, der sich sowohl im Baubereich als auch im feinwerk-technischen Metallbau und Zuliefererbereich verstärkt hat. Der europäische Wettbewerb ist für die Betriebe ebenfalls stärker geworden und bringt einen hohen Preisdruck. Diese Entwicklung ist nicht länger durch Modernisierung und Produktivitätssteigerung auffangbar. Häufig weichen die Betriebe auf Spezialgebiete aus, um dort durch Qualität und Quantität Kunden zu gewinnen. Hier hilft im Baubereich zum Teil die Umsetzung der DIN EN 1090 für das Metallbauhandwerk zum Juli 2014.

Die Stabilisierung der Auftragslage zum Jahresende 2013 und die witterungsbedingten Einflüsse zum Jahresanfang 2014 lassen viele Betriebe auf ein gutes Geschäftsjahr 2014 hoffen. Wenn die Binnenkonjunktur stabil bleibt und die fast überwundene EU Wirtschaftskrise nicht durch neue Einflüsse wieder auflebt, ist dieser Optimismus gerechtfertigt.“

Unterschiede gibt es in den beiden großen Bereichen des Metallhandwerks, des Metallbaus und der Feinwerkmechanik. Die wirtschaftliche Entwicklung im eher baunahen Metallbau ist im Vergleich zum ersten Quartal überproportional gestiegen – kein Wunder nach dem langen und kalten Winter. Die feinwerkmechanischen Unternehmen profitieren von der sich abzeichnenden wirtschaftlichen Dynamik der Industrie und hier insbesondere vom Maschinen- und Anlagenbau sowie der anziehenden Konjunktur der Automobilhersteller. Trotzdem liegt der durchschnittliche Auftragsbestand mit gut 8 Wochen – Branchen unüblicherweise – unterhalb des Bestandes der Metallbauer. „Das Metallhandwerk atmet durch – das ist im Moment die positive Botschaft des NRW-Verbandes angesichts des zumindest für einen Großteil der Mitglieder überaus schwierigen Jahres 2009.

Was braucht man, um ein guter Metallbauer oder Feinwerkmechaniker zu werden? „Ein guter Lehrling muss bei uns einen ordentlichen Abschluss und Freude an unserem Handwerk haben – alles andere kriegen wir dann schon hin“, erläutert Rainer Pakulla. Leider brächten viele Jugendliche diese Voraussetzungen nicht mit. Oft könnten sie nicht einmal einfache Dinge berechnen. Zudem sei das Metallhandwerk nicht die beliebteste Ausbildung für junge Menschen. Vielleicht liegt das an den wenigen Nachteilen des Werkstoffs, vermutet der Obermeister: „Wenn man Eisen anfasst, bekommt man schmutzige Finger. Es ist schwer und im Winter auch recht kalt.“ Grund genug, die Vorzüge des Handwerks umso stärker herauszustellen.

Auf einem guten Weg sieht Pakulla die Innung für Metalltechnik. „Nach der Fusion sind wir recht stark geworden“, stellt er fest. In den Innungsversammlungen stehen immer aktuelle Themen mit guten Referenten auf dem Programm. Und einmal im Jahr treffen sich die Innungsmitglieder zu einem Ausflug oder einem Essen. Ganz zufrieden ist der Obermeister dennoch nicht. Er wünscht sich noch mehr Beteiligung, fügt allerdings hinzu: „Aber damit haben wohl alle Vereine zu kämpfen, dass sie gerne mehr aktive Mitglieder hätten, die zu den Versammlungen kommen und sich einbringen.“

Um die Zukunft des Metallhandwerks ist Rainer Pakulla nicht bange. Der Beruf werde immer Bestand haben, meint er und nennt gute Gründe dafür: „Stellen Sie sich vor, bei Ihnen geht das Schloss der Haustüre kaputt. Oder Sie haben ein Balkongeländer, das abzubrechen droht. Oder Sie wollen eine Treppe vom Balkon in den Garten bauen. In all diesen Fällen – und noch in vielen mehr – brauchen Sie einen Metallbauer.“


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