Auszubildende holten Gold und Silber bei "Internationaler DLG-Qualitätsprüfung"

Die Preisträger präsentieren ihre premierten Produkte
Marcus Otto, Hauptgeschäftsführer der Kreishandwerkerschaft Bergisches Land, die drei Auszubildenden Dennis Korsch, Tobias Römmele und Chris van Bevern sowie Werner Molitor, Inhaber der Fleischerei Molitor und Lehrlingswart im Vorstand der Fleischerinnung Bergisches Land (von links)

Die Nachwuchswerbung ist für unsere Wirtschaft aufgrund des demografischen Wandels zu einem wichtigen Thema avanciert – das gilt auch für das Handwerk. Die Vorstandsmitglieder der Fleischerinnung Bergisches Land hatten daher im Rahmen einer Vorstandssitzung die Idee, drei Fleischer-Auszubildende des zweiten Lehrjahrs an der „Internationalen DLG-Qualitätsprüfung Schinken und Wurst“ 2015 teilnehmen zu lassen, um zu zeigen, dass auch schon Lehrlinge ihrer Innung bei einem internationalen Wettbewerb punkten können.

Die Auszubildenden, Chris van Bevern (30) aus dem Betrieb Daume & Eickhorn, Dennis Korsch (21) aus dem Betrieb Ulrich Müller und Tobias Römmele (19), der von der Fleischerei Werner Molitor ausgebildet wird, stimmten zu und trafen sich daraufhin in ihrer Freizeit, um gemeinsam samstags und sonntags in der Fleischerei Molitor ihre später preisgekrönten Wurst-Spezialitäten zu kreieren. Neben der handwerklichen Arbeit, sehr viel Fingerspitzengefühl und ihrem guten Geruchs- und Geschmackssinn, nutzten die heranwachsenden Fleischer die Wurstküche dort als wahres Laboratorium und ließen ihrer Kreativität freien Lauf.

Im März 2015 wurden die insgesamt 6.500 international eingereichten Wurst- und Schinkensorten von Experten des DLG-Testzentrums Lebensmittel nach fest definierten wissenschaftlichen Prüfkriterien auf ihre Qualität getestet und einer produktspezifisch sensorischen Analyse unterzogen, wobei vom Aussehen über die Zusammensetzung, Konsistenz, Geruch und den Geschmack auch analytische Parameter wie beispielsweise Tierartanalysen, der Gehalt an Zutaten und Nährwertangaben sowie die Verpackung, Kennzeichnung und Wiederverschließbarkeit mit in die Bewertung einflossen.

Am Ende erhielt die Fleischerinnung Bergisches Land tatsächlich für die besonders würzig geräucherten „Mett/Rauchenden“ den „Goldenen Preis“ und für die „Fleischwurst, fein zerkleinert, auch österreichische Extrawurst“ den „Silbernen Preis“. Diese Fleischwurst zeichnete sich insbesondere dadurch aus, dass sie mit Milch gekuttert wurde.

Die offizielle Urkundenübergabe an die Fleischerinnung fand schließlich am 28.05.2015 in der Fleischerei Molitor statt. Bei dieser Gelegenheit gratulierte die Innung insbesondere den drei Auszubildenden, denen die Begeisterung deutlich anzumerken war, nochmals recht herzlich zu der herausragenden Leistung und dieser besonderen Auszeichnung.

Chris van Bevern, der sympathische 30-jährige, schwärmt im Interview von diesem Handwerk, dass er jetzt als seine Berufung entdeckt hat. Er lässt damit eine nach eigenen Angaben „verkorkste“ Jugend hinter sich. Auf die Frage, wie die drei diese besonderen Würste herstellen konnten, überrascht van Bevern mit einer simplen Antwort: „Wir haben Liebe hineingesteckt!“

Und nicht nur er, auch seine beiden Kollegen sind überzeugt von dem Lehrberuf und erzählen, wie ‚toll‘ dieses Handwerk ist. Dass sie zurzeit so wenige Fleischer-Auszubildende sind, finden sie erstaunlich, da der Fleischer-Beruf seit der 2005 bestehenden neuen Ausbildungsordnung bereits Lehrlingen die Gelegenheit bietet, sich auf bestimmte Aufgaben zu spezialisieren. Dazu gehören auch Wahlqualifikationen wie das „Herstellen besonderer Fleisch- und Wurstwaren“, das „Herstellen von Gerichten“, der „Veranstaltungsservice“ oder die „Kundenberatung und der Verkauf“. Daraus kann später dann ein funktionierender Partyservice entstehen, der die Ausrichtung von großen Festen erleichtert, oder es werden regionale Spezialitäten hergestellt, frisch und hochwertig, nach traditionellen Rezepten. Auch möglich ist die Arbeit als Koch – sowohl im Inland als auch im Ausland, zu Lande oder wer mag auch zu Wasser auf einem beispielsweise Luxusliner.

Ungeahnt sind ebenso die zahlreichen Weiterbildungsmöglichkeiten und Karrierechancen im Fleischerhandwerk, auf die sich die angehenden männlichen und weiblichen Fachkräfte freuen dürfen. Es kann der Techniker oder die Meisterprüfung folgen, womit auch das Studieren ohne Abitur, die Selbstständigkeit oder ein Bachelorabschluss im Studienfach Lebensmitteltechnologie möglich ist. Im Bereich der Lebensmittelkontrolle oder in der Organisation von Fachbetrieben gibt es zum Beispiel auch für Verkaufsleiter/-innen offene Stellen. Und Arbeitsstellen im Ausland bieten ebenfalls eine wahlweise spannende Perspektive. Nach einigen Jahren Berufspraxis kann zudem die Weiterbildung zum/zur Verkaufsleiter/-in im Nahrungsmittelhandwerk, Handelsbetriebswirt/-in, Fachkaufmann/-frau Einkauf und Materialwirtschaft, Handelsfachwirt/-in oder geprüfte/-r Handelsassistent/-in im Einzelhandel folgen und sogar Studiengänge wie Betriebswirtschaft, Ökonomie, Kostenwesen, Controlling sowie das Beschaffungswesen und die Lagerwirtschaft folgen.


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